Zum Klabautermann – dem Schutzpatron der Schiffe

Der Klabautermann

Die Figur des Klabautermannes ist im seemännischen Aberglauben ein Schiffsgeist oder Kobold. Das Wort Klabautermann oder Klabattermann, leitet sich aus dem niederdeutschen klabastern ab, was so viel bedeutet wie „poltern“ oder „lärmend umhergehen“. Man bescheinigt ihm eine enge Verwandtschaft mit verschiedenen Kobolden oder Hausgeistern. Der Schiffskobold macht sich an Bord durch Polter- und andere Geräusche bemerkbar und treibt gerne Schabernack. Doch ist der Klabautermann nach mündlicher Überlieferung eine nützliche Sagengestalt – ein guter Schiffsgeist, der sein Schiff bis zum Untergang nicht verlässt. Daher wird der Schiffskobolt in den Sagen meist als Schutzgeist der Seefahrer gesehen.

Der Klabautermann war auf allen Weltmeeren unterwegs. Bei Gefahr stand er der Schiffsmannschaft hilfreich zur Seite. Der Klabautermann ist zwar meist unsichtbar, doch wenn Gefahr drohte, warnte der Klabautermann den Kapitän. 

Sobald ein Schiff auf hoher See war und wüst schaukelte, kroch der Klabautermann im Laderaum aus dem Holz einer Planke .Dabei nahm er eine seinem heutigen Aussehen offenbar recht ähnliche Koboldgestalt an. Er zeigt sich ähnlich einem Matrosen, mit Hammer und Pfeife, manchmal auch mit Seemannskiste, hat rote Haaren und grüne Zähne.

Wenn der Klabautermann einmal auf einem Schiff zu leiblicher Existenz gelangt war, richtete er sich auch gleich häuslich ein und trat mit der Schiffsmannschaft in Kontakt. 

Auf vielen Schiffen führte er ein gutes Leben. Die Seemänner schätzten, dass er ihr Schiff vor Brand, Strandung und anderen Gefahren behütete. Solange der Klabautermann an Bord war, konnte das Schiff nicht sinken. Daher behandelten sie ihn stets gut. Die Besatzung stellte bei allen Mahlzeiten einen Extra-Teller für ihn auf. Davon wurde ihm von allem das Beste serviert. Der Klabautermann war als Feinschmecker bekannt. Als ehemaliger Gott, wie er in einigen Sagen beschrieben wurde, sagt man ihm nach, dass er daran gewöhnt war, Opfergaben entgegen zu nehmen. Besondere Mühen verwandte der Schiffskoch darauf, so lange wie möglich Milch für ihn vorrätig zu halten, die der Klabautermann sich am liebsten in mehreren kleinen Schälchen, überall auf dem Schiff verteilt, servieren ließ.

Der Klabautermann fühlt sich nur auf hölzernen Schiffen heimisch. Heute gibt es jedoch auf dem Meer immer weniger hölzerne Schiffe. Daher schippert der Klabautermann jetzt den größten Teil des Jahres lieber mit einem alten Äppelkahn auf kleineren Gewässern wie dem Schulzensee herum.

Wenn es also lärmt und poltert, dann ist das der Klabautermann auf unserem kleinen Schiffchen, der wartet, dass der Koch ihm ein leckeres Essen serviert.